FAQs zu SEPA

Antworten auf die häufig gestellten Fragen zum Thema SEPA

Raiffeisen OÖ gibt Ihnen Antworten auf folgende, häufig gestellten Fragen zum Thema SEPA:

Allgemein

SEPA Überweisung

SEPA Lastschrift / SEPA Firmenlastschrift

Was ist SEPA?

Geschichte

Mit dem Start der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) sowie der Einführung des Euro als gemeinsame Währung wurde der Grundstein für die Single Euro Payments Area (SEPA) gelegt. Die Vision von SEPA verfolgt das ambitionierte Ziel, eine integrierte Europäische Zahlungsverkehrslandschaft zu schaffen.

Die Vision eines einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraumes wurde in der sogenannten "Lisbon Summit 2000" von den europäischen Politikern vor allem der europäischen Kommission sowie von Lobby Groups z.B. Globals Banks, Konsumentenschutzverbänden etc. ins Leben gerufen.

Ziel ist, die EU zu der führenden Region der Welt in den verschiedensten Bereichen voranzutreiben. SEPA ist ein gemeinsames Projekt der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Banken (European Payment Council). 

Ziele

Erklärtes Ziel von SEPA ist es, die unterschiedlichen nationalen Zahlungsverkehrsstrukturen und -verfahren, die derzeit neben den neuen pan-europäischen SEPA-Instrumenten existieren, vollständig abzulösen.

D.h. es wird zukünftig nur mehr einen einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraum geben, in dem alle Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen im europäischen Binnenmarkt auf die gleiche effiziente und kostengünstige Weise wie nationale Zahlungen abgewickelt werden.

Fahrplan

Die neuen SEPA-Instrumente, die sowohl national als auch grenzüberschreitend eingesetzt werden können, werden bereits seit dem 28. Jänner 2008 neben den bestehenden nationalen Zahlungsverkehrsprodukten angeboten.

SEPA Lastschriften und SEPA Firmenlastschriften sind seit Inkrafttreten der EU-Richtlinie (PSD) mit November 2009, die die rechtliche Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Einzüge innerhalb des SEPA Raumes schafft, möglich. Seit November 2010 sind alle Banken im EURO-Raum, die auch für Lastschriften auf nationaler Ebene erreichbar sind, für   SEPA Lastschriften erreichbar. Die SEPA Firmenlastschrift ist ein optionales Verfahren, dass nur zwischen den teilnehmenden Banken möglich ist.

Seit 31. März 2012 ist die „EU-Verordnung zur Festlegung von technischen Vorschriften für Überweisungen und Lastschriften in Euro“ (SEPA Enddatumsverordnung) in Kraft. Damit sind im Wesentlichen folgende Termine für die vollständige SEPA-Umsetzung und die Ablöse der nationalen EUR-Zahlungsverkehrsprodukte und -formate festgelegt:

  • Für alle Euro-Länder im SEPA-Raum: 1. Februar 2014
  • Für Länder, die nicht den Euro als Heimatwährung haben: 31. Oktober 2016

Was versteht man unter PSD?

Die PSD (Payment Services Directive), die die verschiedensten Rechte und Pflichten (z.B. Ausführungsfristen, Valutierungsvorschriften, etc.) aller am Zahlungsverkehr Beteiligten regelt, stellt den rechtlichen Rahmen für SEPA (ganz speziell für das neue europäische Einzugsverfahren) dar und formuliert die Bedingungen zur Schaffung eines einheitlichen Zahlungsverkehrsraumes in Europa. Es handelt sich um eine Richtlinie der EU, die von den Mitgliedsstaaten per November 2009 in nationales Recht umgesetzt wurde. Die Richtlinie stellt eine Mindestanforderung dar, die von der nationalen Gesetzgebung noch enger ausgelegt werden kann.

In Österreich wurden die Vorgaben dieser EU-Richtlinie im Zahlungsdienstegesetz (ZaDiG) umgesetzt, das mit 1. November 2009 in Kraft trat. 

Welche Änderungen bringt SEPA mit sich?

Im Einklang mit den rechtlichen Bestimmungen aus der PSD werden vom EPC (European Payments Council) neue innovative Zahlungsverkehrslösungen für nationale und grenzüberschreitende Zahlungen erarbeitet, die nach vollzogener Umstellung auf SEPA eine Änderung der bestehenden Zahlungsverkehrsstrukturen und -verfahren mit sich bringen (neue Datenformate, neue Produkte, neue Belege, etc.)

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Format EDIFACT XML
Belege Zahlschein / Erlagschein Zahlungsanweisung
Produkt Lastschrift Einzugsermächtigung / Lastschrift SEPA Lastschrift /
SEPA Firmenlastschrift
Produkt Überweisung Inlands- bzw. EU-Überweisung SEPA Überweisung

Welche neuen Produkte werden angeboten?

  • Raiffeisen SEPA Überweisung
  • Raiffeisen SEPA Eilüberweisung
  • Raiffeisen SEPA Lastschrift
  • Raiffeisen SEPA Firmenlastschrift

Für detaillierte Produktbeschreibungen stellen wir Ihnen bei Bedarf gerne unsere Produktblätter zur Verfügung.

SEPA Kartenzahlungen

SEPA-Kartenzahlungen werden gemäß einer Reihe von Grundsätzen abgewickelt, an die sich Kartenausgeber, Acquirer, Kartensysteme und Betreiber anpassen müssen. Diese Grundsätze wurden vom EPC entwickelt und werden als Rahmenwerk für die Abwicklung von SEPA-Kartenzahlungen bezeichnet.

Eigenschaften der SEPA-Kartenzahlungen:

  • Karteninhaber können mit einer Karte überall im Euro-Währungsgebiet bezahlen (lediglich eingeschränkt durch die Akzeptanz der Kartenmarke durch die Händler).
  • Karteninhaber und Händler können überall im Euroraum Kartenzahlungen in gleicher Art und Weise veranlassen bzw. entgegennehmen.
  • Kartenprozessoren werden miteinander in Wettbewerb treten und ihre Dienstleistungen überall im Euroraum anbieten können (Mehr Kosteneffizienz durch gesteigerten Wettbewerb)

Welche Länder nehmen an SEPA teil?

SEPA umfasst die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Kroatien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, und Zypern), die EWR-Länder Island, Liechtenstein, Norwegen sowie die Länder Schweiz, Monaco und San Marino. Somit umfasst SEPA zurzeit 32 europäische Staaten.

Die Französischen Überseegebiete Französisch Guyana, Guadeloupe, Martinique, Réunion, St. Barthélemy, St. Martin, St. Pierre & Miquelon und Mayotte sowie das Britische Überseegebiet Gibraltar zählen ebenfalls zum SEPA-Raum.

Was ändert sich für mich?

Für Retail Kunden:

  • Konsumenten benötigen nur noch ein einziges Konto bei Ihrer Raiffeisenbank. Von diesem Konto aus können alle Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen im europäischen Binnenmarkt auf die gleiche effiziente Weise wie die Zahlungen im Inland abgewickelt werden.
    Beispiele: Miete für im Ausland studierende Kinder oder Urlaubsunterkunft, Rechnungen von europäischen Unternehmen wie Mobilfunkanbietern, Versicherungs- und Versorgungsunternehmen
  • Personen, die nicht nur in ihrem Heimatland leben, arbeiten oder studieren, benötigen neben dem Konto bei Ihrer Raiffeisenbank im Heimatland kein zusätzliches Konto im Ausland mehr.
  • Die Verwendung von Zahlungskarten wird effizienter, da dieselbe Karte für alle Euro-Zahlungen im EU-Binnenraum verwenden werden kann..

Für KMU:

  • Die neuen Verfahren bieten insbesondere kleineren und mittelständischen Unternehmen die Chance zur Erschließung neuer Beschaffungs- und Absatzmärkte im europäischen Ausland.
  • Zudem ist SEPA die Chance für eine weitere Modernisierung der Zahlungsverkehrsabwicklung, um z.B. Zahlungsvorgänge und internes Rechnungswesen noch besser zu verzahnen.
  • Einheitliche Daten für alle europäischen Geschäftspartner. Egal, ob im Inland oder Ausland - die Stammdaten wie IBAN und BIC sind einheitlich. Durch diese identische Nutzung minimiert sich der Aufwand in der Kundenverwaltung.

Für Großkunden / Konzerne:

  • Die gesamten auf Euro lautenden Transaktionen können unter Verwendung der SEPA-Zahlungsinstrumente (Raiffeisen SEPA Überweisung, Raiffeisen SEPA Eilüberweisung, Raiffeisen SEPA Lastschrift, Raiffeisen SEPA Firmenlastschrift) zentral über ein Bankkonto abgewickelt werden.
  • Kostensenkung und Zeitersparnis durch Zusammenlegung des Zahlungs- und Liquiditätsmanagements an einem Ort.
    Vereinfachung des Zahlungsverkehrs, da alle eingehenden und ausgehenden Zahlungen unter Nutzung eines einheitlichen Formates abgewickelt werden können.
  • Nutzung von Zusatzservices: Der standardisierte SEPA-Zahlungsverkehr wird dazu beitragen, dass Dienstleistungen die derzeit oft nur national angeboten werden (z.B. elektronische Rechnungsstellung, elektronischer Kontenabgleich) zukünftig europaweit verfügbar sein werden.

Was ändert sich dadurch in meiner Buchhaltung?

Um die SEPA-Produkte nutzen zu können, sind sowohl bei den Banken als auch beim Kunden einige organisatorische Anpassungen vorzunehmen. So müssen z.B. EDV-Systeme den neuen Verfahren (XML-Format) und Datenbanken den veränderten Anforderungen angepasst werden.

Mit Raiffeisen ELBA-internet bzw. ELBA oder MultiCash sind unsere Kunden automatisch "SEPA-ready". Kunden die SEPA-Produkte beauftragen möchten, können mit der aktuellen Version des Electronic Banking-Produktes an SEPA teilnehmen.

SEPA Formate
Vor dem Hintergrund der angestrebten automatisierten Verarbeitung (Straight Through Processing) hat das European Payments Council (EPC) für das zu verwendende Datenformat zur Einreichung von beleglosen SEPA Überweisungen und SEPA Lastschriften eine europaweit einheitliche Empfehlung erarbeitet.

Dieses so genannte SEPA-Datenformat basiert auf dem Standard UNIFI (ISO 20022). Für eine effiziente Nutzung innerhalb der EU wurden Einschränkungen an ISO 20022 vorgenommen, welche durch das EPC im Dezember 2006 verabschiedet wurden. Während die Implementation Guidelines die Datenformate für den Interbankenzahlungsverkehr (pacs-Nachrichtentypen) verbindlich festlegen, entfalten die Spezifikationen für die Kunde-Bank-Schnittstelle (pain-Nachrichtentypen) nur empfehlenden Charakter.

Die genaue Format-Spezifikation der Kunde-Bank-Nachrichten für Österreich stehen auf www.stuzza.at zur Verfügung.

Was ändert sich bei meinen Kosten?

Die EU-Richtlinie (PSD) sieht vor, die Entgeltverrechnung für den Kunden geändert darzustellen.

In diesem Zusammenhang wird der österreichische Standard, der auch bei den bestehenden EU-Standardüberweisungen gilt, für alle SEPA-Transaktionen gelten. D.h. kein Entgeltabzug durch Zwischenbanken vom Überweisungsbetrag. Die verrechneten Entgelte werden dem Kunden exakt ausgewiesen (in einer eigenen Buchung).

Was wird billiger, was wirt teurer?

Bei jenen Zahlungen, die jetzt der EU-Verordnung Nr. 924/2009, (in der der Grundsatz gleicher Gebühren für grenzüberschreitende und für vergleichbare inländische Zahlungen innerhalb der EU festgelegt wurde) unterliegen, gibt es auch unter SEPA keine Preisunterschiede zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen.

Die Kosten für die SEPA-Produkte werden von den Banken neu kalkuliert und orientieren sich an den Kosten der Banken.

Wo bekomme ich SEPA-Unterstützung?

Ihr Raiffeisen Berater informiert Sie gerne näher zum Thema SEPA und übermittelt Ihnen die detaillierten Produktinformationen.

Auf offizieller Ebene erhalten Sie zusätzlich folgende Informationen:

Die österreichische Studiengesellschaft für Zusammenarbeit im Zahlungsverkehr veröffentlicht die XML-Formatbeschreibungen für SEPA: www.stuzza.at

Die Europäische Zentralbank stellt auf Ihrer Homepage diverse SEPA Informationen zur Verfügung: http://www.ecb.int/paym/pol/sepa/html/index.en.html

European Payments Council: www.europeanpaymentscouncil.eu
Austrian Payments Council: www.austrianpaymentscouncil.at

Ändert SEPA auch das Raiffeisen Internet Banking?

Mit Raiffeisen ELBA-internet sind Sie automatisch "SEPA-ready".

Wenn Sie SEPA-Produkte beauftragen möchten, können Sie mit der aktuellen Version aller Raiffeisen Electronic Banking-Produkte an SEPA teilnehmen.

Sind auch andere Bankprodukte betroffen?

SEPA ist die "Single Euro PAYMENTS Area" und betrifft daher ausschließlich den europäischen Zahlungsverkehr.

Muss ich meine Daueraufträge ändern?

Inlands- bzw. EU-Daueraufträge werden von Ihrer Bank zum gegebenen Zeitpunkt automatisch auf eine Raiffeisen SEPA Überweisung geändert. Die Umstellung bedarf keiner gesonderten Beauftragung

Bekomme ich mein Geld/Gehalt schneller?

Die Laufzeit einer SEPA Überweisung, von der Verarbeitung bei der Auftraggeberbank bis zur Verfügbarkeit für den Empfänger, ist genau geregelt und darf maximal einen Bankwerktag (bei elektronischen Aufträgen bzw. 2 Bankwerktage bei beleghaften Aufträgen) betragen.
Mit einem Raiffeisenkonto hatten Sie diesen Vorteil auch bisher schon.

Gibt es Änderungen bei den Kontoauszügen?

Die Inhalte des Papierauszuges werden an die SEPA-Informationen angepasst. Es ist gewährleistet, dass alle relevanten Informationen am Kontoauszug zur Verfügung gestellt werden.

Der elektronische Kontoauszug (MT940) wird mittelfristig durch die XML camt-Nachrichten abgelöst. In der Übergangszeit werden die Inhalte des jetzigen MT940 an die SEPA-Anforderungen angepasst. 

Gibt es neue Belege / Drucksorten / Ausfüllhilfen?

SEPA Überweisung

Für die SEPA Überweisung gibt es den Beleg „Zahlungsanweisung" der seit Jänner 2008 zur Verfügung steht und die nationalen Zahlungsbelege „Zahlschein/Erlagschein“, „Überweisung“ und „EU-Standardüberweisung“ per 1. Februar 2014 ablösen wird.

Die Belege, Drucksorten und Ausfüllhilfen wird Ihnen Ihr Kundenbetreuer bei Bedarf bereitstellen.

SEPA Lastschrift

SEPA Lastschriften bzw. SEPA Firmenlastschriften können ausschließlich elektronisch (über Electronic Banking, Datenträger) bei Banken eingereicht werden, es gibt keinen Beleg.

Für das vorab zwischen Zahlungsempfänger und Zahlungspflichtigen abzuschließende "Mandat" gibt es keine einheitliche deutschsprachige Drucksorte. Es sind jedoch bestimmte Mindestbestandteile bei der Mandatsgestaltung zu beachten, die wir Ihnen bei Bedarf gerne zur Verfügung stellen können.

Ab wann müssen Überweisungen als SEPA-Zahlungen beauftragt werden?

Sie können derzeit noch frei zwischen den bestehenden nationalen Überweisungsprodukten und den neuen SEPA-Produkten wählen.

Nach der vollständigen Migration auf die SEPA-Instrumente per 1. Februar 2014 ist eine Beauftragung von Überweisungen (sowohl für inländische als auch für grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb des Geltungsbereichs) ausschließlich mittels SEPA Überweisung möglich. D.h. spätestens bis zu diesem Zeitpunkt ist eine Umstellung auf die SEPA-Produkte unumgänglich.

Ab wann muss die SEPA Zahlungsanweisung anstatt des Zahlscheines verwendet werden?

Die Ablöse der nationalen Zahlungsbelege „Zahlschein/Erlagschein“, „Überweisung“ und „EU-Standardüberweisung“ durch die „Zahlungsanweisung“ erfolgt per 1. Februar 2014. Bei Raiffeisen Oberösterrreich sind seit Jänner 2012 nur noch SEPA Zahlungsanweisungen erhältlich. Die bestehenden im Umlauf befindlichen Zahlscheine werden von den österreichischen Banken noch bis 1. Februar 2014 akzeptiert.

Aufgrund der notwendigen Vorbereitungs- und Umstellungsarbeiten (Bestellung der neuen Drucksorte, Erweiterung der Kundenstammdaten um IBAN und BIC, Erstellung von Testdrucken und Abstimmung mit der Hausbank, etc. ) wird bereits jetzt ein Umstieg auf die SEPA Zahlungsanweisung empfohlen.

Wird für SEPA Überweisungen innerhalb Österreichs auch der BIC erforderlich sein?

NEIN, innerhalb Österreichs reicht die IBAN alleine aus, um den Empfänger einer SEPA Überweisung zu kennzeichnen.

Wird es ein SEPA-Nachfolgeprodukt für den Retourdatenträger (CREMUL/DEBMUL) geben?

Ja, derzeit wird an der Normierung eines XML-Standards für den Retourdatenträger gearbeitet. In der Übergangsphase werden jedoch auch SEPA-Zahlungseingänge (analog der EU-Überweisungseingänge) am Retourdatenträger in der V3/EDIFACT-Norm ausgegeben.

Über die Befüllungsregeln informiert Sie Ihr Kundenberater gerne!

Können SEPA Überweisungen auch vom Fremdwährungskonto beauftragt werden?

Nein, SEPA Zahlungen können ausschließlich vom Euro-Konto in Überweisungswährung Euro beauftragt werden.

Können bei SEPA-Zahlungen auch Geschäftsfallcodes (z.B. SAL für Löhne) angeliefert werden?

 Ja, im SEPA-Datenformat ist dafür das Feld "Local Instrument" vorgesehen. Die verwendeten Codes sind jedoch vorab mit der Bank zu vereinbaren.

In welcher Form erhalte ich Unterstützung bei der SEPA Umstellung?

Neben aktuellen Information zu allen SEPA-Themen, unterstützen wir Sie auf Anfrage gerne bei der Umstellung von österreichischen BLZ/Kontonummern auf BIC/IBAN mit dem IBAN-Konvertierungs-Service.

Ebenso übermitteln wir Ihnen gerne die notwendigen Formatbeschreibungen bzw. stehen für Tests zur Verfügung. Auch führen wir für Sie gerne die Beantragung der für die Durchführung von SEPA Lastschriften benötigten Creditor ID durch.

Wie erhalte ich bei bereits bestehenden Aufträgen am einfachsten Wege IBAN und BIC meiner Kunden?

Wir empfehlen Ihnen, IBAN und BIC beim Zahlungspflichtigen selbst zu erfragen. Als Alternative können mit dem kostenlosen IBAN-Konvertierungs-Service für österreichische Kontoverbindungen anhand BLZ und Kontonummer die entsprechende BIC und IBAN ermittelt werden. Details finden Sie unter www.rlbooe.at/sepa.

Wie erhalte ich IBAN und BIC von Kunden außerhalb Österreichs?

Für Kontoverbindungen in anderen Ländern des SEPA Raumes steht kein IBAN-Konvertierungs-Service zur Verfügung. Die Daten sind direkt vom jeweiligen Kontoinhaber zu erfragen.

Welche Verträge sind bei der Durchführung von SEPA Lastschriftverfahren vom Zahlungsempfänger mit der Hausbank abzuschließen?

Vor der Durchführung von SEPA Lastschriften ist eine Vereinbarung für den Einzug von Forderungen mittels SEPA Lastschriften bzw. SEPA Firmenlastschriften zwischen dem Creditor und seiner Hausbank abzuschließen. In diesem werden die Rechte und Pflichten der Vertragspartner sowie spezielle Leistungsumfänge festgelegt.

Regelungen im Überblick:

  • Creditor verpflichtet sich, Lastschriften nur bei Vorliegen eines gültigen Mandates einzureichen
  • Hausbank ist berechtigt, die Vorlage des SEPA-Lastschrift-Mandates zu überprüfen
  • Anlieferung der vom Creditor autorisierten Lastschriften im aktuell gültigen XML-Format (lt. APC-Spezifikationen)
  • Durchführung der „Pre-Notification“ durch den Creditor
  • Detailregelungen für Abwicklung, Durchführung und Nichtdurchführung/Rückleitung von Lastschriften
  • Auflösung der Vereinbarung durch die Hausbank bei missbräuchlicher Verwendung durch den Creditor
  • Ausschluss von Einwendungen auf das zugrundeliegende Rechtsgeschäft.

Woher bekomme ich eine Creditor ID und wie lange dauert der Vergabeprozess?

In Österreich wird die Creditor ID von der Österreichischen Nationalbank (OeNB) im Auftrag der Banken vergeben. Die erforderliche Vereinbarung erhalten Sie von Ihrem Kundenbetreuer.

Die Beantragung der Creditor ID für Firmen (mit einer gültigen Firmenbuchnummer) erfolgt im Normalfall innerhalb eines Bankwerktags. Die Bekanntgabe der zugeteilten Creditor ID erfolgt via Mail.

Wie kann ich bei der Umstellung auf SEPA in meiner Kundendatenbank am effizientesten die erforderlichen Mandatsreferenzen ergänzen?

Am einfachsten verwenden Sie eine vorhandene Referenz als Mandatsreferenz (z.B. Kundennummer, Vertragsnummer, Abo-Nummer, Versicherungsnummer, …) oder Sie vergeben eine neue Referenznummer in einer eigenen Spalte. Vorhandene Daten sollten aber jedenfalls geprüft werden, ob alle für eine Auftragsweiterleitung notwendigen Mandatsdaten vorliegen bzw. ergänzt werden können (z.B. Datum der Ausstellung des Mandats, etc.).

Welche Vereinbarung ist bei den SEPA Lastschriftverfahren mit den Zahlungspflichtigen abzuschließen?

Die SEPA Lastschriftverfahren, basieren auf einem physischen (elektronische Mandatserteilung wird derzeit von keiner Bank angeboten) Lastschriftmandat, welches der Zahlungsempfänger von jedem Zahlungspflichtigen einzuholen hat. In diesem Lastschriftmandat ermächtigt der Zahlungspflichtige den Zahlungsempfänger Geldbeträge per Lastschrift einzuziehen und erteilt seiner Bank die Weisung, die vorgelegten Lastschriften einzulösen.

Die Mandatierung setzt die Kenntnis des Zahlungspflichtigen über dieses Verfahren, insbesondere seinen IBAN und BIC voraus.

Gibt es spezielle Bestimmungen für fremdsprachlich erteilte Mandate?

Bei grenzüberschreitenden Einzügen müssen die Mandatstexte neben der jeweiligen Landessprache auch in der englischen Übersetzung angeführt sein.

Welche Daten aus dem SEPA-Lastschrift-Mandat muss der Creditor bei seiner Hausbank einreichen?

  • Zahlungsempfänger (Bezeichnung)
  • Creditor ID (CID)
  • Zahlungspflichtiger (Bezeichnung + Kontoverbindung (IBAN und BIC))
  • Mandatsreferenz
  • Datum der Mandatserteilung (=Unterschriftsdatum)
  • erstmalige / einmalige / wiederkehrende Lastschrift

Können Mandatsdaten bei bestehenden Mandaten geändert werden?

Sollten sich Änderungen bei einzelnen Mandatsdaten ergeben, so ist eine Ausstellung eines neuen Mandats nicht zwingend erforderlich. In folgenden Fällen ist eine schriftliche Information vom Creditor an den Debtor mit den geänderten Mandatsdaten und dem neuen Gültigkeitszeitpunkt erforderlich (eine Rückbestätigung durch den Debtor ist nicht erforderlich):

  • Änderung der Creditor ID
  • Änderung der Mandatsreferenz
  • Änderung des Creditor-Namens

Ändert sich die Bankverbindung des Debtors (neuer BIC) so muss dieser die Änderung dem Creditor schriftlich mitteilen. Der darauffolgende Einzug muss mit der Einzugsart „erstmalig“ erfolgen, da für die neue Bank des Debtors dies der 1. Einzug ist.

Die Änderungsmitteilungen sind zusätzlich zum Originalmandat vom Creditor (zB: als pdf-Datei) aufzubewahren.

Wann können SEPA-Lastschrift-Mandate „erlöschen“?

Laut den SEPA-Standards ist ein Wiederverwendung eines bestehenden Mandates in folgenden Fällen nicht möglich:

  • Widerruf durch den Debtor
  • Laut Rulebook nach drei Jahren nach „Nichtverwendung“ bzw. letztmaligem Einzug.

Was versteht man unter der „Pre-Notification“ und welche Fristen sind dabei einzuhalten?

Die SEPA Lastschriftverfahren sehen eine Vorabinformation („Pre-Notification“) des Zahlungspflichtigen durch den Zahlungsempfänger vor. Dies kann entweder separat oder als Teil einer Rechnung oder eines Vertrages erfolgen.

Die Pre-Notification hat 14 Tage vor dem Einzug zu erfolgen. Bei regelmäßigen Einzügen mit gleichbleibenden Beträgen an gleichbleibenden Terminen reicht eine einmalige Vorabinformation vor der ersten Abbuchung mit folgendem Text aus: „Die Abbuchung der fälligen Forderung in Höhe von EUR xx,xx erfolgt automatisch jeweils zum 1. des Kalendermonates. Bitte sorgen Sie für ausreichende Kontodeckung! Fällt der 1. des Kalendermonats auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, so erfolgt die Abbuchung am darauffolgenden Geschäftstag".

Welche Prüfroutinen gibt es bei der Einreichung von SEPA Lastschriften bei den Banken?

Prüfroutinen bei der Creditorbank bei der Einreichung von Lastschriften durch den Creditor:

  • Berechtigung des Creditors zur Durchführung von SEPA Lastschriften bzw. SEPA Firmenlastschriften
  • Einhaltung der vereinbarter Einreichlimite durch den Creditor
  • Gültiger IBAN und BIC des Zahlungsempfängers sowie des Zahlungspflichtigen
  • Gültige Creditor ID des Zahlungsempfängers
  • Einhaltung der Anlieferfrist (D+2 / D+5 bei SEPA Lastschrift bzw. D+1 beim SEPA Lastschrift COR1-Verfahren und bei der SEPA Firmenlastschrift) ansonsten
  • „Weiterrollung“ des DUE-Dates
  • Mussfelder (DUE-Date, IBAN, BIC, Auftragsart, Mandatsdaten, etc.) vorhanden.

Die Debitorbank muss das Konto des Zahlungspflichtigen auf Überziehung bzw. Sperren (Kontosperre für alle Abbuchungen bzw. Sperre oder Limitierung von Abbuchungen durch bestimmte Zahlungsempfänger) prüfen.

Können bestehende Einzugsermächtigungen / Abbucher beim Umstieg auf SEPA Lastschrift bzw. SEPA Firmenlastschrift weiterverwendet werden?

Umstieg auf SEPA Lastschrift:
Wenn bereits eine gültige Einzugsermächtigung / ein gültiger Abbuchungsauftrag mit dem Zahlungspflichtigen vorliegt, ist keine Neuausstellung eines SEPA-Lastschrift-Mandates erforderlich. Der Creditor muss die Bezogenen vor dem ersten Einzug über den Umstieg informieren und diesen folgende Informationen mitteilen:

  • Information über zukünftige Durchführung der Einzüge mittels SEPA Lastschrift
  • Bekanntgabe der Mandatsdaten (Creditor ID, Mandatsreferenz und Unterschriftsdatum)
  • In diesem Zuge empfehlen wir auch den Zahlungspflichtigen deren IBAN/BIC mitzuteilen,
  • über die der Einzug künftig erfolgt (für Berücksichtigung ev. Änderungen der Bankverbindungen)

Einen Musterbrief für die Kundeninformation können wir Ihnen bei Bedarf gerne zur Verfügung stellen!

Umstieg auf SEPA Firmenlastschrift:
Beim Umstieg auf die SEPA Firmenlastschrift sind immer neue Mandate von allen Bezogenen einzuholen. Eine Weiterverwendung bestehender Einzugsermächtigungen / Abbucher ist aufgrund der unterschiedlichen Fristen zwischen diesen Verfahren nicht möglich.

Können erstmalige und wiederkehrende Einzüge in einem Bestand geschickt werden?

In einem Bestand können nur Umsätze mit gleichem Fälligkeitsdatum beauftragt werden. Da erstmalige SEPA Lastschriften eine verlängerte Vorlaufzeit von 5 Werktagen haben, müssen 2 Bestände gesendet werden.

Innerhalb einer Datei können jedoch mehrere Bestände mit unterschiedlichem Fälligkeitsdatum gesendet werden.